Stressbewältigung und Lebenstempo

Hast du es eilig? Mach langsam!

Bei der Stressbewältigung ist es interessant zuerst zu schauen, woher die Belastung kommt und welche Lebensbereiche davon betroffen sind. Gründe zur übermäßigen Stressreaktion finden sich in allen Lebenssituationen. Private Situationen, berufliche und gesellschaftliche Kontexte sind dabei genauso spannend wie Kommunikation, Umgebung, Beziehungen und Werte und Regeln. Schauen wir die äußeren Faktoren genauer an, ist es schwierig die betroffenen Bereiche voneinander abzugrenzen. Stress in einem Bereich beeinflusst negativ das Wohlbefinden auf anderen Ebenen. Stress mit Kollegen verschlechtert beispielhaft oft das familiäre Klima oder die gesundheitliche Situation der Betroffenen.

Viel interessanter als äußere Faktoren, sind die eigenen Einstellungen, Verhaltensweisen und Gedankenmuster. Sie können relativ schnell und gezielt angesprochen werden und den allgemeinen Stress in vielen Bereichen gleichzeitig reduzieren. Neigen wir dazu uns zu beeilen, halten wir ein übermäßiges Tempo auch dann, wenn das Hetzen nichts bringt. Ein Beispiel dafür ist die Schlange an der Kasse im Supermarkt. Wie schnell wir dran kommen hängt nicht von uns ab, sondern von der Länge der Schlange, Größe der Einkäufe einzelner Kunden und Arbeitsgeschwindigkeit der Kassiererin (äußere Faktoren). Schnelles Auflegen der Ware und permanentes Schieben der anderen Menschen mit dem Einkaufswagen trägt unnötig zur allgemeinen Unzufriedenheit bei.

Stress? Lass dir Zeit!

Das Prinzip der Trägheit besagt, dass ein Körper in Bewegung immer bestrebt ist, in Bewegung zu bleiben. Auf einen Menschen übertragen, bedeutet das ständige Bewegung und Aktion. Dabei werden die eigene Müdigkeit, Zeitpunkt und Sinnhaftigkeit der Aufgabe nicht beachtet. So fängt eine übermüdete Mutter an, die Wäsche zu bügeln, obwohl sie dringend Erholung benötigt. Die Zeit wenn die Kinder schlafen kann sie stattdessen nutzen, um etwas für die eigene Erholung zu tun.

Um aus dem Hamsterrad auszusteigen, benötigt man eine Störung die einen „aus der Bahn“ wirft. Die „viel zu tun“ und „habe keine Zeit“ Muster sollen bewusst unterbrochen werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, kleine Pausen und Zwischenzeiten zu nutzen, um diese automatische Bewegung, durch den Tag, von einer Tätigkeit zur nächsten zu durchbrechen.

Im Stau nutz es wenig, ungeduldig mit den Fingern zu trommeln. Machen Sie Musik an, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie sie die Auszeit, bis es weiter geht. Weitere Gelegenheiten sind zum Beispiel:

  • bewusst die Wohnung zu verlassen und abzuschließen,
  • eigene Bewegungen beim Laufen und Fahrradfahren wahrzunehmen,
  • durchatmen zwischen zwei Telefonaten im Büro,
  • sich Zeit auf Toilette zu lassen,
  • einem Schluck Kaffee nach zu spüren,
  • oder die Augen zu öffnen und die Umgebung zu betrachten.

Lassen Sie es sich gut gehen!

Ihre Elena Lundgrün

Stressbewältigung

Autor: Elena

Hypnose, Entspannungstherapie und Coaching